Abstraktes Denkmal oder Salzleckstein?

Salzleckstein im Wald


Spaziergänge im Wald sind schon sehr erholsam. Obwohl ich meist keine Lust dazu habe, freue ich mich dann doch, wenn ich es mal gemacht habe.

Neulich bei einem Ausflug in den Tharandter Wald habe ich dieses komische „Denkmal“ gesehen. Ich dachte wirklich erst, es wäre wieder so eine neumodische Art, Kunst und Natur zu verbinden. Bei näherer Betrachtung habe ich aber gemerkt, dass es aus Salz besteht. Meine Partnerin hat mich dann aufgeklärt, es sei ein Salzleckstein fĂĽr Tiere.

Kurz zur Historie: Der erste Salzlecktstein wurde übrigens um 1223 unter der Amtszeit von Friedrich II. angeordnet und zwar im Reichsforst bei Nürnberg. Damals handelte es sich noch um große Tröge, die mit einem Lehm-Salz-Gemisch gefüllt waren. Im Jahre 2006 wurden übrigens noch 36 historische Salzlecken (Tröge) gezählt, im Tharandter Wald bzw. in der Dippoldiswalder Heide sind es noch vier Stück.

Aber warum das ganze? Da Wild- und Weidetiere, egal ob auf dem Bauernhof oder im Wald, als Pflanzenfresser einen KaliumĂĽberschuss und einen Natriumangel aufweisen, dient der Leckstein zur Versorgung und quasi Nahrungsergänzung mit wichtigen Mineralien und Spurenlementen. Heute werden die Lecksteine gepresst, das ist nicht nur preiswerter sondern auch funktioneller. Denn gepresste Salzlecksteine können noch mit verschiedenen Kräutern oder andere Zutaten versetzt werden. Man kann sie auch in dem ein oder anderen Nagerkäfig sehen. Das Salz wird vom Regen gelöst und kann von den Tieren aufgeleckt werden, da „unser“ Leckstein eine gewissen Höhe hatte, nehme ich mal an fĂĽr Rehe, denn ein Wildschwein kommt da nicht hoch. Oder vielleicht doch, wenn es sich auf die Hinterbeine stellt? Keine Ahnung, sähe aber sicher komisch aus 🙂

Dieses Bild habe ich mit den Handy (HTC One) gemacht.